13 Dezember 2006

Aufgepusht und abgebrannt – Frohe Weihnachten

Die Gleichberechtigung hat nun definitiv Einzug gehalten. Neu gibt es den Wonderbra für den Mann. Mein gegenwärtiger Lieblings Unter- und Badewäschehersteller aussiebum hat diesen Herbst das Push-Up-Ding für den Herrn auf den Markt gebracht. Den Wonderjocke. Size does matters, das wussten wir alle jedoch schon viel länger.
Apropos Nüsse. Wir steuern unaufhaltsam dem Höhepunkt der Weihnachtszeit entgegen. Ungebremst rasen die Christbäume und Migros Lichterketten an uns vorbei und machen uns wieder einmal – wie alle Jahre um diese Zeit – darauf aufmerksam, dass ein Jahr zu Ende geht und wir unseren Liebsten etwas schenken dürfen.
Auch wenn ich ein absoluter Fan von Konsum bin und den Kaufrausch in einer Petition als obligatorisch unterstützen würde, habe ich doch eine sehr romantische Vorstellung von Weihnachten. Nicht wie die Drei Könige, die im übrigen viel zu spät zu der ganzen Bescherung erschienen sind, schenke ich meinen Nächsten keine Sachen aus Gold, Weihrauch oder Myrrhe – was auch immer das ist. Nein, ich bevorzuge etwas selbst Gemachtes. Schon seit geraumer Zeit versuche ich meinen Geschenken jeweils einem Thema zu zuordnen; letztes Jahr war der Marzipan der Schirmherr meiner leckeren Gaben. Dieses Jahr sollte es der Karamell sein. Süsse „Nidletäfel“ und gebrannte Mandeln hätte es geben sollen. Doch irgendwie hat mich der gute Glauben verlassen, als ich mich in meiner Küche ans christliche Werk gemacht habe. Zuerst versuchte ich mich an den Leckereien aus Rahm und Zucker. Nach stundenlangem rühren, einkochen und karamellisieren des Zuckers im Rahm, habe ich eine Brühe bekommen die mich sehr stark an Käsefondue erinnert hat. Zähflüssig und klebrig, eigentlich genau so wie ich es mir vorgestellt hatte. Nun stellte sich aber die Frage, wie ich diese Masse in zirka 1cm hohe Rhomben verwandeln kann. Sämtliche Bemühungen haben nichts gebracht und schlussendlich hat die Masse wie erbrochenes Raclette mit Zwiebelstückchen darin ausgesehen, unzumutbar als Weihnachtsgeschenk. Wäre Jesus nicht auferstanden, hätte er sich in seinem Grab gedreht.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man so schön und genau mit dieser Einstellung machte ich mich ans Werk bei den gebrannten Mandeln. Den Sonntag davor habe ich Stunden damit zugebracht, im Internet über die Machart der Süssigkeiten zu recherchieren. Doch gehapert hat es trotzdem. „Den Zucker mit 1/8 Wasser vermischen und aufkochen, die Mandeln dazugeben und weiterkochen bis der Zucker trocken ist.“ Und genau das war das Problem. Ich habe den Zucker gekocht, bis er trocken war. Aber das Gebilde, das mir aus der Pfanne mit beissendem Rauch entgegen starrte, war deutlich näher an einem Strassenbelag, als an gebrannten Mandeln. Jedenfalls habe ich die Sorge verloren, was passieren könnte, wenn die fossilen Brennstoffe ausgehen. Zucker-Bricket-Heizungen, das ist der Zukunftstrend.
Ich habe mich dafür entschieden, mich doch dem Konsum hin zu geben, mich liebevoll von ihm fesseln zu lassen und es wie die Drei Könige zu machen. Pushen wir das ganze auf, wunderbar überproportional. Geschenkideen für den Liebsten auf aussiebum.com.

Frohe Weihnachten!

18 November 2006

Handtäschchenprinzip vs. Baucklötzchenprinzip

„Wie bitte?“ giftete sie mich an, rückt ihr Twinset zurecht und streicht sich über die grauen, streng zusammengebundenen Haare. Ich wollte nur höflich sein; zeigen, dass es auch noch im einundzwanzigsten Jahrhundert Anstandsformen mit Gültigkeit gibt.
Wie lange ist es höflich einer Dame seinen Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln anzubieten und wann ist es unverschämt? Gibt es da eine Regel? Schwanger und Behinderte sind mir noch so ziemlich einleuchtend, aber bei den älteren – und ich schreibe mit bedacht nicht „alten“ – Frauen ist es eine Gratwanderung. Es gibt Situationen in denen ich einer Frau absichtlich den Sitzplatz nicht anbiete, um ihr zu schmeicheln. Doch diese Form der Huldigung wird oft missverstanden. Dabei bin ich davon überzeugt, dass ich als Mann die Sprache der Frauen gut verstehe. Ich weiss, dass die Logik und Betrachtungsweisen der Geschlechter anders aufgewickelt sind.
Männer verstehen das, was sie sehen, ohne jeglichen emotionalen Verknüpfungen aufbauen zu müssen. Sie legen ihre Bauklötzchen aufeinander und bauen sich ihr Leben bereit zurecht. Alles ist überschaubar, Ja/Nein, 0 und 1.
Frauen jedoch ordnen ihr Leben nach dem „Handtäschchen“-Prinzip. Jedes Ding, und sei es noch so klein, das in den Tiefen eines schicken Nichts von Hermès oder Prada verschwindet, hat eine Geschichte, einen Duft oder eine Melodie, die die emotionalen Verknüpfung aktiviert und somit die Logik zu der richtigen Ablage schickt.
Also sollte doch das Nichtanbieten eines Sitzplatzes in einem öffentlichen Verkehrsmittel den Duft, die Melodie oder die Geschichte hervorrufen, dass es bei der Dame um eine junge Frau handelt - Sie ist zu jung um sitzen zu dürfen – und sie sollte sich geschmeichelt fühlen.
Doch es gibt auch die andere Situation in der ich mein Gebilde aus Bauklötzen betrachte und einer Frau meinen Sitzplatz anbiete und übereilig aufstehe. Aber das wird auch nicht goutiert, insbesondere von graumelierten Twinsetträgerinnen.
Wie verhält man sich nun korrekt in so einer Situation? Verlangt man zuerst den Pass um das Geburtsalter zu prüfen und lässt sie erst nach diesem Check stehen oder allenfalls sitzen? Oder spricht man die Frau sachte darauf an?
Wenn ich nach meinem Arbeitstag gedankenleer im Bus nach Hause sitze, überlege ich nicht viel, erhöhe das Volumen meines iPods und fixiere meinen Blick auf einen imaginären Punkt ausserhalb der Fahrgastzelle. Wir sind im einundzwanzigsten Jahrhundert und wer nicht fragt, bekommt auch nichts. Sei es ein Handtäschchen, ein Bauklötzchen oder einen Sitzplatz in einem öffentlichen Verkehrsmittel.

25 September 2006

Mit Biss und Knall

Statistische Untersuchungen haben ergeben, dass jährlich mehr Menschen durch herumfliegende Korken von Champagnerflaschen sterben als durch Haibisse. Nun, unter anderen Umständen würde ich nun lächeln, an meinem Prosecco nippen, etwas Aperogebäck naschen und die Party weiter geniessen.
Doch vergangenen Samstag wurde ich eines Bessern belehrt und so schnell werde ich ab diesem Witz nicht mehr lachen sondern ehrfürchtig zusammenzucken. Ich habe mir auch geschworen nie mehr Prosecco zuhause zu trinken; nun ja eigentlich war es ja Cava, wer kennt denn da schon die Unterschiede?
Ich hatte ein paar Freunde zu einem gemütlichen Dinner nach Montignac geladen und wie es sich für den Gastgeber gebührt, versuchte ich meine Gäste mit einem Gläschen Cava zu entzücken. Der Abend hat gemütlich und ruhig begonnen, daher ist es mir immer noch ein Rätsel, wie der spanische Schaumwein solchen Hochdruck hat bekommen können. Nun, mit geübter Hand entfernte ich die Aluverkleidung und machte mich an dem Sicherheitsbügel zu schaffen, als sich der Korken von selber löste. Mit einem lauten Knall wie aus einer Pistole schoss der Korken auf mein Gesicht zu und streifte mein Auge um Wimpernbreite. In einem Bruchteil von Sekunden sah ich all die Hässlichen Augen-Unfall-Bilder die ich in meinem Leben je gesehen hatte. Begonnen mit dem Kalbsauge aus dem Biologieunterricht in der sechsten Klasse, das sich so komisch anfühlte als wir versuchten, es zu zertreten und dann das Auge der „Ikea-Anna.“ Ob sie wirklich Anna heisst, tut nichts zur Sache, aber sie beantwortet auch Fragen für die Ikea. Deren Auge wurde durch eine Yukapalme derart derangiert, dass sich das Augenweiss in ein blutiges Rot verwandelte.
Also versuchte ich mein Auge zu halten um es nicht auslaufen zu lassen und wehrte mich gegen die inneren Bilder. Nach einer Schrecksekunde spürte ich, dass es sich noch in der Augenhöhle befand und nicht durch den Korken ersetzt wurde. Ich stellte mir schon vor, wie ich nahezu blind Farb- und Modestilberatungen durchführte und halbäugige Make-ups auftrage.
Auch wenn mir der natürliche romantische Stil mit einer Dramatischen Note allerhand erlauben würde, stehe ich nicht auf den Piraten-Look, auch wenn Orlando Bloom und Johnny Depp noch so gross damit raus gekommen sind.
Passiert ist schlussendlich nicht viel. Dafür werde ich mich das nächste Mal, wenn ich im Meer baden gehe, doppelt so gut auf spitze Haifischflossen achten.

15 August 2006

Geschmackskollaps

Nun, die öffentlichen Verkehrsmittel werden allmählich zu einer Zumutung. Abgesehen davon, dass mein Tag schon frühmorgens durch einen ungefederten und überbevölkerten Bus vermiest werden kann, ist das, was man dann in eben diesem ungefederten und überbevölkerten Bus zu Gesicht bekommt der Ablöscher schlechthin. Gerade eben musste ich mir eine der schrecklichsten, stilistischen Entgleisungen zu Gemüte fügen, die ich in der vergangenen Zeit live beobachten konnte. Ich wollte es ignorieren, ich hab’s echt versucht. Doch das Selbe passiert wenn ein fettigverschwitzer, karottenrotlanghaariger Mittzwanziger sich neben einem stellt und eine Lippe hat, die es ihm nicht erlaubt die Schneidezähne zu bedecken, geschweige denn das Zahnfleisch darüber. Das wollen wir nicht sehen. Aber anschauen tut man es trotzdem. Schon fast mit einer perverspedantische Faszination kleben die Blicke an der triefenden Oberfläche dieser Person, einfach um sicher zu gehen, dass etwas in dieser Art auch tatsächlich existiert. Jedenfalls habe ich diese junge Dame, wobei der Begriff Dame in ihrem Fall schon zu Schmeichelhaft ist, angestarrt. Die Grundstruktur ihres Outfits war an und für sich ganz Okay und stilsicher. Kein Wunder, als Skatergirl hüpft man rasch in Baggy Pants und zieht einen Kapuzenpulli rüber, dann noch ein paar DC Shoes und fertig. Die eher burschikose Aufmachung ihres Outfits verunsicherte wohl das Mädchen und so hat sie versucht sich einen Hauch Weiblichkeit einzuhauchen. Leider hatte die Gute vergessen sich die Zähne zu putzen, denn der sinnbildliche Mundgeruch hat mich fast vor die Kloschüssel gebracht.
Sie führte ein silbergrauglänzendes Eightieshandtäschchen im Leder-Knautschlook mit sich herum. Sicher praktisch, doch an ihr die Faust aufs Auge.
Nach einer lange, mit glotzen verbrachter Fahrt zwischen zwei Stationen, gesellte sich etwas neben sie, das meine persönliche Stilempfindung an die Grenze der Belastbarkeit gebracht hat und ich kurzerhand eine Station zu früh die Flucht ins Freie ergriffen habe.
An und für sich finde ich Permanent Make-up eine gute Lösung, das sage ich, als angehender Make-up-Artist. Doch wenn die Augenbrauen aussehen als gehörten sie zur Kriegsbemalung eines zwei Meter grossen Vietnamveteranen ist es definitiv zu dick aufgetragen wenn die Besitzerin knappe ein Meter sechzig misst; und wenn der Lipliner sargschwarz um die Lippen trauern, hat man sich sowieso alle Chancen vertan gut auszuschauen! Über die Fratze, die sich unter dem Gesichtstatoo verbarg, verliere ich nun keine Worte, sonst entwickeln wir noch Verständnis für diese Verunstaltung.
wohl oder übel muss ich über meine Schatten springen und auch bei etwas schlechterem Wetter mit dem Fahrrad zur arbeit fahren, ansonsten droht mir einen Geschmackskollaps

03 August 2006

Von Harmonikas und Paläontologen

Nun bin ich endlich online. Ich habe meine eigene Website und die noch selbst gebastelt. Von Perfektion kann ich noch nicht sprechen, da es noch so einige kleine Schönheitsfehler hat. Nur leider fehlen mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Nerven für einen plastischen Eingriff. Doch die Computerwelt hat mich schon seit ich das erste Mal mit ihr in Berührung gekommen bin, eine grosse Faszination auf mich ausgeübt. All die Möglichkeiten die einem geboten werden, die Dinge, die man damit anstellen kann. Aber ich komme nicht von der These ab, dass der Computer einer der grössten Zufälle der Menschheit ist, wie die Menschheit selbst. Denn theoretisch betrachtet, leben wir schon jetzt in der Matrix, denn mit Verstand sind die elektronischen Abläufe in so einem Computer nicht zu erklären. Oder bin ich einfach zu dumm? Nun, ich möchte all die Informatikerherzen nicht länger verletzen. Denn das wäre dasselbe, wie wenn ich behaupten würde, dass es Dinosaurier nie gegeben hätte und Gott die Skelette dieser Echsen selbst vergrub, um die Paläontologen an der Nase herum zu führen.
Jedenfalls habe ich meine eigene Homepage mit allem Drum und Dran und sogar noch eine Message die ich ins WWW raus schreien kann.
Apropos schreien. Heute war ich seit längerer Zeit wieder einmal in der Stadt. Die vergangenen Wochen bewegte ich mich zwischen Zuhause, Büro und Marzili hin und her. Doch das Regenwetter hat mich nun aus meinem Mauseloch in die Stadt getrieben. Schon von weitem habe ich den nervzerreissenden Klagegesang gehört, der die Luft zu Eis erstarren und einem die Galle an der Kehle kitzeln lässt, gehört. Eine kleine Gruppe der singenden Zigeuner hat sich vor dem PkZ zu einem Ständchen des Grauens zusammengefunden. Der Onkel an der Harmonika, die ihrem Namen nicht gerecht wurde, die Mutter und der kleine Sohn mit einem Hut für das Kleingeld, der jedoch überflüssig war. Neben den Tönen der Harmonika, die einem das Trommelfell wie tausend Samuraischwerter durchsiebten, schreit das Trio furchtsam und von Todesangst durchflutet durch die überbevölkerte Marktgasse, sodass man sich einen Tinnitus herbeisehnt. Als gäbe es kein Morgen mehr stimmen sie Lied um Lied an und reissen alle mit in ihr Alptraum. Die weinigen Passanten die stehen bleiben und schauen, fragen sich ob etwas derart schreckliches Real sein kann oder ob es sich um einen Fehler in der Matrix handelt könnte.
Wie auch immer, besucht mich auf www.philippkeusenstylist.com.

23 Juli 2006

Und schon ist die Welt ein Bisschen schöner

Was hat es mit der Behauptung, wenn eine Marke eine Marke ist, sie das auch verdient hat und somit eigentlich gar nicht out sein kann, auf sich? Und was geschieht mit all den Dolce&Gabbana Shirts und Gurtschnallen im nächsten Jahr? Oder dürfen Mädchen in Minijupes Turnschuhe tragen?
Auf die letzte Frage hat der Damenschuhdesigner Christian Louboutin, der unter anderem auch Schuhe für Tina Turner gemacht hat, in denen die rüstig Sängerin über die Bühne fegt wie eine junge Elfe, geantwortet; er entwerfe Damenschuhe und teile die Frauen in zwei Kategorien: die, die sich dafür interessieren und die, die sich nicht dafür interessieren. Die, die sich nicht dafür interessieren, interessieren ihn auch nicht, darum sehe er das eigentlich gar nicht, Minijupes und Turnschuhen.
Das ist ein vernünftiger Leitsatz und lässt vor allem grossen Handlungsspielraum. Demzufolge darf man theoretisch zu einem Minijupe Turnschuhe tragen, so wie man auch einen Juttensack mit einer Papiertüte über dem Kopf tragen kann, man soll sich einfach nicht wundern, wenn man auf grosses Desinteresse stösst.
Dasselbe gilt auch für Dolce&Gabbana. An und für sich ein trendiges, sexy Label für trendige, sexy Leute. Wer für die Dramatik im Modestil lebt, der lebt das durch Dolce&Gabbana aus, das ist das Image. Ähnlich wie in einer Pressemitteilung des Unterwäscheherstellers GinchGonch, in der männliche Nachwuchsmodels gesucht wurden. Gutbestückt mussten die Jungs seine, da dies dem Image von GinchGonch entspreche; gutbestückte junge Männer mit dem Mut bunte und sexy geschnittene Unterwäsche zu tragen. Nun gut, das kann man als Gag abtun und auch als durchschnittlich Bestückter diese Unterwäsche tragen, schliesslich sind sie wirklich bunt und sexy geschnitten. Wenn jedoch sechzigjährige Ex-Ibiza-Touristen in einer Dolce&Gabbana Vollmontur durch die Gassen wandern, wird es Ernst. Wenn die Initialen der Marke auf der Brust spannen und zu undefinierbaren Symbolen werden oder die funkelnde Gurtschnalle von einer Wampe erschlagen wird, hat das nichts mehr mit `trendiges, sexy Label` zu tun. Das ist beängstigend! Genauso mit pubertätsgeplagten Mädchen bei denen die Speckrollen aus dem XS-Minijupes hervorquellen und Turnschuhe tragen. Die interessieren mich einfach nicht! Und darum stimmt die Behauptung, im richtigen Kontext ist eine Marke immer IN, aber was mit den Shirts und Gurtschnallen von Dolce&Gabbana passieren wird, das bleibt ein Geheimnis.

10 Juli 2006

Nach dem Ball die Crocs

Nun ist die Fussballweltmeisterschaft vorbei, all die Gartenrestaurants mit Grossleinwand sind nur noch halb so voll und hupende Autos zeugen nur noch von einem Verkehrschaos und nicht von freudigen Fans. Was haben die eigentlich für den Sieg einer Mannschaft beigetragen? Klar, Nationalstolz. Aber sind wir ehrlich, wer hat etwas von dem herumgehupe? Und was passiert nun mit den Paninifussballsammelbildchenhefte? Und gibt es einen kürzeren Ausdruck für diese?
Wie auch immer; die Fussballweltmeisterschaft ist vorbei und wir können uns wieder den wichtigen Dingen im leben zuwenden; den neusten Sommertrends aus Hollywood.
Und zwar mit den eher eigenartigen Crocs. Das sind die gegenwärtig angesagtesten Sommerschuhe. Bestehen tun sie aus einem Material namens PCCR, eine Art Kunstharz. Nun, so genau wollen wir das doch gar nicht wissen. Jedenfalls haben offensichtlich orthopädische Spezialschuhe Modell gestanden bei der Entwicklung der Crocs. Bequem sind sie allemal und atmungsaktiv sowieso. die Crocs sind eine ausgezeichnete Alternative zu den, in den vergangenen zwei Jahren zum absoluten Must avancierten Flipflops. Endlich gibt es einen offenen Schuh für zarte Füsse, die sich in Flipflops über Krämpfe und blutig gelaufene Zehenzwischenräume beklagten. Und dieser Schuh ist auch noch Salonfähig. Neckisch kombiniert zum Businessoutfit lässt einen sommerliche Sitzungsmarathon leichtfüssig überstehen oder verlieht selbst beim verregneten Kinoopenair in der VIP Loge dem Träge die gewisse Noten.
Nun, eigentlich erinnern sie an Hartgummi-Singelhaushalt-Salatabtropfsiebe aber wenn sich schon Weltstars wie Julia Roberts darin ablichten lassen kann es ja wirklich nur halb so schlimm sein. Den Schuh, den es in diversesten Ausführungen und Farben gibt, schmiegt sich an des Trägers Füsse und durch ein kleines Detail werden die Sandalen zu bequemen Schlüpfer und sorgen in einem Luxus Spa für die nötige Eleganz.
Nun, für mich persönlich sind die Crocs kein Thema, zu stark erinnern sie an ein Melkoutfit à la Renzo Blumenthal. Wenn ich Plastik an meinen Füssen trage, dann in dem legendären Urmodel der Kunststoffflipflops, in den originalen Havaianas direkt aus Brasilien.
Also merkt euch: Teva-Sandalen gehören definitiv auf eine Himalajatrecking, die Jesus-Schlappen in den Bioladen und die Adiletten wollen wir nur noch in den Duschen testosteronüberfluteten Militärkasernen sehen!